Großes Interesse am persönlichen Austausch

Netzwerktreffen

„Sie sind heute hier, weil Sie sich alle für Inklusion und Barrierefreiheit einsetzen.“, begrüßte Lena Middendorf von der Lebenshilfe Ostholstein e.V. die Anwesenden und freute sich darüber, dass deutlich mehr Menschen zum Netzwerktreffen nach Eutin gekommen sind als angemeldet waren.

Anderthalb Jahre ist das Projekt „Ostholstein - wir alle“ mit Unterstützung der Aktivregionen Schwentine-Holsteinische Schweiz, Wagrien-Fehmarn und des Kreises Ostholstein jetzt am Start und arbeitet an der Umsetzung von Inklusion und Barrierefreiheit. Es wurden Ortsbegehungen, inklusive Sportfeste und Veranstaltungen sowie regelmäßige Treffen der Steuerungsgruppe durchgeführt. Parallel wurden Botschafter*in- nen für Barrierefreiheit als Multiplikatoren vor Ort geschult.

„Jetzt sind wir in einer wichtigen Phase des Projektes.“, so Lena Middendorf. „Gemeinsam auf dem Weg zu sein, braucht Austausch und Vernetzung – es ist Zeit für eine gemeinsame Bestandsaufnahme.“

So wurde zusammengetragen, was an guten Beispielen vorhanden ist und was noch verbesserungswürdig ist. „Es soll demnächst ein neues Verzeichnis für barrierefreie Unterkünfte aufgelegt werden“ berichtet Herr Brock, Behindertenbeauftragter der Stadt Fehmarn „aber es fehlt noch eine Lösung für den Marktplatz“. Das Thema Kopfsteinpflaster beschätigt auch andere Gemeinden im Projektverbund, ebenso wie das Fehlen rollstuhlgerechter Zugänge zu Geldautomaten oder die Unzulänglichkeit von sogenannten Behinderten-WCs, wie Edda Rahlf vom Beirat für Menschen mit Behinderung des Kreises Ostholstein bestätigte. Aber auch Schulungen zum Thema Leichte Sprache oder inklusive Kulturveranstaltungen wurden genannt.

Bei all den Aufzählungen wurde klar, dass Haupt- und Ehrenamt gut von einander profitieren kann. „Die Arbeit miteinander vor Ort ist entscheidend“, meinte Martina Scheel, Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Oldenburg i.H.

Einig war man sich auch, dass es nach wie vor an Informationen fehlt. So bleibt es notwendig, Barrieren abzubauen, die guten Beispiele müssen aber auch bekannt gemacht werden. Doch für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fehlt es oft an Personal oder Zeit. Angeregt vom Beispiel aus Bayern stellte Catharina Witaszak, Lebenshilfe Ostholstein, ein Medienpaket vor, das einen Leitfaden für Öffentlichkeitsarbeit, Textbausteine für Einladungen und Pressetexte, sowie eine Bilddatenbank enthalten könnte. „Ein Gütesiegel „Ostholstein wir alle“ gibt es bereits. Es wurde zum Beispiel an den Bürgerbus aus Malente verleihen.“, berichtet sie und verwies darauf, dass so eine Gütesiegel-Übergabe ein guter Anlass für Pressearbeit ist.

Viel zu schnell ging der Abend vorüber und am Ende fehlte die Zeit, dass die Botschafter*innen für Barrierefreiheit ihr Projekt „Rolli und Trolley“ vorstellen konnten. So wurde der einhellige Wunsch nach einem regelmäßigen Netzwerktreffen laut und Lena Middendorf versprach zum nächsten Termin umfangreiche Informationen über das Material zum Thema Barrierefreiheit. Ab sofort können gute Beispiele bereits für die Projektseite www.ostholstein-wir-alle zusammengetragen werden.

Wer mit der Gruppe „Fachleute für Barrierefreiheit“ in Kontakt treten möchte, kann sich melden:
Lebenshilfe Ostholstein e.V., Am Kirchhof 10, 23611 Bad Schwartau
Ansprechperson: Lena Middendorf, middendorf@lebenshilfe-ostholstein.de

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